Statement Professor Axel Fanego Palat

"Mehrsprachigkeit ist der Normalfall"

Prof. Axel Fanego Palat (© Stadt Frankfurt)

Axel Fanego Palat ist seit 2018 Professor für Afrikanistik an der Frankfurter Goethe-Universität. Sein Interesse gilt den Sprachgruppen des afrikanischen Kontinents, von Bantusprachen in Südafrika bis zu Berbersprachen in Marokko. Im Vordergrund stehen für ihn die Sprecher:innen und das, was sie mit ihren Sprachen tun – dazu forscht Fanego insbesondere im Kontext von Mobilität und Migration.      

Warum ich beim Gespräch dabei bin

In der Afrikanistik galt das Hauptaugenmerk lange Zeit dem afrikanischen Kontinent. Als würden afrikanische Sprachen nur dort gesprochen! Viele Menschen mit familiären oder freundschaftlichen Bindungen nach Afrika lernen und sprechen sie auch in Deutschland. Darunter sind "große" Sprachen, die viele Menschen nutzen. Aber auch solche, die selbst in den Herkunftsländern nur Wenige beherrschen. 

Wir forschen derzeit zusammen mit vielen anderen Wissenschaftler:innen zu Minderheitensprachen – also solchen, die kaum wahrgenommen werden. Angehörige von Minderheiten sind stets mehrsprachig, die Muttersprache kann dabei in den Hintergrund treten. Oft gehen diese Menschen sehr zurückhaltend und vorsichtig mit Fragen von sprachlicher und kultureller Identität um. Aber deswegen sind diese Aspekte für sie nicht etwa unwichtig, ganz im Gegenteil: Die Bewahrung kulturellen und sprachlichen Erbes spielt für sie oft eine große Rolle.    

Mit der Veranstaltung "Von Afrika lernen" wird der Blick endlich auf die faszinierende Sprachenvielfalt gelenkt, die wir in Frankfurt täglich erleben. Lange Zeit wurde Mehrsprachigkeit als Hindernis oder Herausforderung für Menschen mit Migrationsgeschichte betrachtet. Mehrsprachigkeit ist aber der Normalfall – und es freut mich, dass dies nun stärker ins Bewusstsein rückt. 

Mehrsprachigkeit ist eine Chance. Und wir alle dürfen mitmachen!

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